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Boffin - Last.fm füllt die nächste Lücke

Seit nunmehr drei Wochen benutze ich Boffin anstatt des Last.fm Web Radios. Das Zwischenfazit: Eine faszinierende Applikation, die geschickt die Vorteile des Internets und der eigenen Festplatte vereint.

Nun was genau ist nun eigentlich Boffin? Boffin ist ein kleiner Musikplayer, der die Last.fm Funktionalität auf die offline vorgehaltenen Audiodateien überträgt.

Auf der entsprechenden Forenseite finden sich Downloadlinks für jedes Betriebssystem.
Während Mac und Linux-Nutzer noch mit der Version 0.0.4 vorrecht nehmen müssen, existiert für Windows bereits 0.0.7. Im Zuge der Installation werden die Last.fm Accountdaten, sowie der Speicherort der PC-Musikbibliothek abgefragt.

Nach einem (wirklich) wunderschön anzusehenden Scanning-Bildschirm - während dem die lokale Musik indiziert und mit den Last.fm Metadaten verknüpft wird - erscheint die individuelle “Genre-Cloud”.
Boffin Player

Ähnliches kannte ich bisher nur von einem Songbird-Addon. Allerdings greift dieses für die Anzeige auf den in den ID3-Tags gespeicherten Genre-Wert zurück. (Durch die gescrobbelten Datenmengen im Zusammenspiel mit Data Mining-Verfahren auf der Serverseite dürfte im Normalfall der von Last.fm getätigte Genre-Vorschlag objektiver sein.)

Mit einem Klick auf einen oder mehrere Tags werden diese angewählt und mit Play fängt das Radio an zu spielen. Die Ergebnisse waren in meinem Fall beeindruckend. Die Selektion der Songs ist fast besser als erwartet. Gleichzeitig entfällt das bandbreitenintensive Streaming der Titel über das Internet.
Nimmt man diesen Umstand zusammen mit der kürzlichen Mitteilung, dass nur noch ausgewählte Länder in den Genuss des Web players kommen, könnte man in der Wiederentdeckung des Desktops sogar eine neue strategische Marktrichtung von Last.fm/CBS vermuten.

Noch zeigt sich Boffin sehr funktionsarm - eben eine technische Demonstration des Möglichen. Alleine für die Funktion des Scrobbelns muss parallel der offizielle Windows-Client laufen.

Der Entwicklungsstand ist (wie die Versionsnummern bereits vermuten lassen) noch weit von Produktionsreife entfernt. So bekomme ich nach wie vor alle 2-3 Titel einen Fehlerbildschirm, der weggeklickt werden muss, bevor es weitergehen kann. Andere Nutzer berichten im Forum von schwerwiegenderen Problemen.

Im Moment hilft der Player Usern, die in ihrer historisch gewachsenen Musiksammlung den “Wald vor lauter Bäumen” nicht mehr sehen. Für Hörer, deren Bibliothek aus nur wenigen Alben besteht oder die die vorhandene Musik bereits auswendig können, bleibt der Nutzen beschränkt.

Größter Kritikpunkt ist meiner Ansicht nach zudem, dass der Prozess der “Music Discovery” wegfällt. Der Reiz über Empfehlungen der Musikdatenbank neue Interpreten kennen zu lernen, hat mich seinerzeit zu Last.fm hingezogen. Für eine zukünftige Version könnte ich mir z.B. einen Schieberegler vorstellen, der einen gewählten Prozentsatz an “frischer” Musik dazu mischt.

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Spotify ftw!

Selten war ich von Beginn an von einer Applikation so begeistert wie von Spotify. Quasi Musik Streaming par excellence. Ehrlich! Eigentlich kann ich damit meine mit viel Sorgfalt und Liebe gepflegte Musiksammlung ad acta legen. Die Interpreten-Seiten sind besser organisiert und mit Meta-Tags angereichert, als ich es je könnte.

Spotify player

Der Musikkatalog hat auf der deutschen Seite zwar ein paar kleinere Lücken, und ein paar Funktionen könnten dem Player auch nicht schaden, aber alleine mit dem eingebauten Scrobbler gibt es für mich keinen Grund mehr last.fm zu nutzen. Zwar ist der Dienst in der einladungspflichtigen Beta-Phase, aber bei TechCrunch gibt es einen (momentan noch) funktionierenden Workaround. Der hält anscheinend nur 14 Tage, aber ich rate jedem Musikliebhaber es trotzdem auszuprobieren. PS: Hier der Link zu einer meiner Playlisten. Kritik an der Auswahl wird nicht akzeptiert.

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