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Rock am Ring 2008 Review

Jop ich bin back vom Ring 08 und um das Fazit gleichmal vorneweg zu nehmen: Rage alleine war es wert! Und wer was andres behauptet bekommt von mir höchstpersönlich eine Bullet in your head.
Aber der Reihe nach.

Donnerstag

Anreise, Aufbau (und traditionell der einzige Tag an dem man sich betrinken kann).

Freitag

Die erste Bands am Freitag waren Bedouin Soundclash und Tokyo Police Club im Coca-Cola Soundwave Tent. Nett, vor allem Letzere.
Danach gings zu Bad Religion auf die Alternastage. Der Klassiker. Den Berichten zufolge soll wohl eher Serj Tankian die bessere Alternative gewesen sein.
Incubus sah ich aus zweiter Reihe. Wie gewohnt musikalisch sehr hörenswert. (Dem Unbedarften empfehle ich an dieser Stelle die doch schon etwas ältere Morning View Sessions DVD.) Kleine Diskussion, die unseren Zeltplatz gefühlte dreieinhalb Stunden polarisiert hat: Ist Brendan Boyd nun der Inbegriff der Männlichkeit (weibliche Seite) oder eine Schwuchtel im Feinrippunterhemd (männliche Seite)? Meinungen dazu in die comments…

Und dann kamen die bereits angesprochenen Helden einer verloren gelaubten Jugendperiode. Für die letzten Auftritte vor der Audioslave-Periode war ich leider einen Jahrgang zu jung. Umso mehr Vorfreude kam auf, RATM nun aus der ersten Reihe zu sehen. Und diese Vorfreude wurde sogar übertroffen. Kann mal bitte jemand untersuchen ob die aufgestaute Energie bei Sleep now in the Fire ausreichen würde um alle slowenischen Atomkraftwerke abzulösen?
Danach war eigentlich noch Justice vorgesehen, nur die Schlange war mir einfach zu lang und die Flecken zu blau.

Samstag

Madsen sind besser als ihr Ruf. Die Stereophonics dagegen konnten sich nur über Dakota retten. The Offspring brachten das was man von Ihnen erwartet; aber Mensch sind die alt geworden.
Metallica mit ihrer Testosteron verseuchten Show und Pyroelementen die sämtliche Dezibelvorschriften (wenn es denn solche geben sollte) gebrochen haben, sollte man mal gesehen haben. Mehr aber auch nicht. Bin aber eh ein untypischer Metallica-Fan. Finde das St. Anger Album gut und wollte da vorne in der ersten “Zone” ein bisschen mehr Aktivität zeigen als Headbanging. Aber nich mit den Metallern - die kloppen sich lieber um Lars Ulrich’s Pulli (Ich hab einen mit einem ca. 10 cm² Fetzen aus dem Pulk rauskrabbeln sehn.)
Hätte ich mich jetzt nicht noch hinter den Krankenwagen geschmissen um vor dem Soundwave Zelt “nur” 15 Minuten auf Einlass zu warten, wäre der Tag wohl ein schlechterer gewesen: Von Against Me! hab ich leider nur die letzten 3 Songs erwischt, aber ich sag euch eins: Schmeißt eure eventuell vorhandenen Danko Jones CD’s auf den Müll - Der Junge ist live einfach viel geiler. Sowas hab ich in dem Zelt noch nicht erlebt. Nich so toll war dagegen die Erkenntnis, dass jemand es irgendwie geschafft hatte mir während des Konzerts meine verbliebenen 40 Euro für das Wochenende aus dem angeketteten Portmonnaie zu klauen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön, ARSCHLOCH!
Naja ärgerlich, aber wat solls. Gabs halt diesmal kein T-Shirt.
Die Hellacopters mussten dann eigentlich nur noch die Stimmung bis um 3 am kochen halten. Ham se auch geschafft.

Bonuspic:
RaR Indianer
Häuptling klebriger Hoden, Häuptling windiger Darm und Häuptling stehlender Pole (v.l.n.r) kommen von der samstäglichen Einkaufstour zurück. (Und das Tipi war für 6,99 quasi ein Must-Have-Schnäppchen.)

Sonntag

Vielleicht schlechtester Tag. Angefangen hatts mit den Lostprophets. Aber irgendwie fehlt hat um 2 Uhr nachmittags die richtige Stimmung.
Disco Ensemble sind ein richtiger Geheimtipp (und wenn ich mehr gekannt hätte wäre es ein super Konzert gewesen).
Und um mal eine Lanze für den in diesen Tagen doch sehr gebeutelten deutschen Hip-Hop zu brechen: Fettes Brot mit ihren Bläsern machen wirklich eine gute Show.
Ebenso wie die Band mit dem coolsten Namen ever. Klischee komm raus du bist umzingelt. Und dass auch lässige Msuik rauskommt weiß man ja nicht erst seit dem Nike-Spot. Danach wieder zurück laufen zur ersten Halbzeit der Deutschen vor der Centerstage, danach wieder rüber zu Jimmy Eat World, danach wieder rüber zu den Hosen.
Und zu Campino dem Freak braucht man wohl nicht viele Worte verlieren. Es war das fünfte Mal, dass ich die Gruppe jetzt live gesehen habe. Vielleicht nicht der beste Auftritt; aber mit vielen alten und neuen Songs der originellste. Im Zweifelsfall bitte die Show auf MTV ansehen (wird bestimmt noch paar mal wiederholt).
Last but not least Queens of the Stone Age wieder drüben auf der Alternastage. Immer eine gute Late-Night Nummer. Nur bisschen enthusiastischer könnte der gute Josh schon sein.

Montag

Der Rekonstruktionstag. Muss halt auch sein. Übrigens gibt es seit diesem Jahr auch eine Pseudo-Mülltrennung. Am Anfang gibts 3 verschiedene Säcke (Glas, Plastik, Restmüll). In der Realität wird ein mit 5 Plastiktellern gefüllter grüner Sack auch angenommen. Und er MUSS auf den Stapel wo die anderen grünen liegen, is klar.
Und weil man ja nicht genügend gute Taten vollbringen kann haben wir bei einem Halt auf der Heimfahrt unseren noch vollen Benzinkanister 3 Jungs aus Schwäbisch Hall gegeben, die ansonsten wohl liegen geblieben wären.

Fazit

Der Stress hat sich wieder mal gelohnt. Wieder mal viele Bands die ich auf meiner imaginären Muss-ich-noch-sehen Liste abhaken kann. Was mir nur immer stärker aufstößt ist die Dimension des Ganzen. Wenn man Incubus nur auf den Leinwänden erkennen kann weil nichts mehr vor und zurück geht und man sich auch keinen guten Platz ergattern konnte weil man vorher drüben bei Bad Religion war, ist das Ganze eindeutig eine Dimension zu groß.
Zweitens: Der Anteil an Bands, die ich auch schon vor 10 Jahren hätte sehen können weil sie schon so lange im Geschäft sind, wird immer höher. Kein gutes Statement für unsere Generation.

Also dann bis nächstes Jahr in alter Frische!

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